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Silvesterchlausen

De alt Silveschter
In Appenzell Ausserrhoden wird der Silvester zweimal gefeiert. Einmal am
31. Dezember, dem «neuen Silvester», und einmal am 13. Januar, dem «alten
Silvester». Der frühere julianische Kalender war fehlerhaft; Papst Gregor behob
die Mängel in der Kalenderreform von 1582. Das gefiel den reformierten Ausser-
rhoder Gemeinden gar nicht und so blieb bis Mitte des 19. Jahrhunderts der alte
Silvester im Appenzeller Kalender eingetragen. Und noch heute ist er wichtiger als
der neue – das Silvesterchlausen wird gleichwohl an beiden Tagen zelebriert.
Am 31. Dezember und am 13. Januar sind die Silvesterchläuse im Appenzeller
Hinterland von den frühen Morgenstunden bis tief in die Nacht hinein unterwegs.
Man unterscheidet zwischen «Schöne», «Wüeschte» und «Schöwüeschte».


Schöne Silvesterchläuse tragen kunstfertig verzierte Hauben mit Szenen aus
dem bäuerlichen oder gesellschaftlichen Leben. Die Wüsten tragen wilde Kostüme
aus Material vom Wald und furchterregende Masken. Die Schönwüsten vereinen
Kostüme und sorgfältig verzierte Masken aus Naturmaterialien mit kunstvollen
Hüten, auf denen Szenen aus dem bäuerlichen Alltag dargestellt sind.
Noch vor Tagesanbruch ziehen die Silvesterchläuse in sogenannten «Schuppeln»
(Gruppen) auf ihrem «Streech» (Weg) von Haus zu Haus und wünschen mit wildem
Rollen und Schellen und anrührenden «Zäuerli» (wortloser Naturjodel) allen «e guets
Neus». Am Abend sind sie bis Mitternacht in den Wirtschaften der Dörfer unterwegs.
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