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Brauchtum Appenzell
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Landsgmend

Landsgmend
Am letzten Sonntag im April versammeln sich die stimmberechtigten Innerrhoder-
innen und Innerrhoder in Appenzell zur Landsgemeinde – eine urtümliche Form
der direkten Demokratie. Sie beginnt mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche
St. Mauritius. Schlag zwölf Uhr setzt sich der Aufzug mit den sieben Mitgliedern
der Standeskommission (Kantonsregierung), dem Kantonsgericht und den Ehrengästen
Richtung Landsgemeindeplatz in Bewegung. Die Musikgesellschaft Harmonie
Appenzell spielt die «Marcia solenne», den Landsgemeindemarsch des italienischen
Komponisten Arturo Buzzi-Peccia. Die Rhodsfähnriche und Junker der Rhoden
(heute Bezirke) bilden mit ihren Uniformen und Fahnen den farbenprächtigen Rahmen.
Zugang zum mit Seilen abgegrenzten Ring haben die stimmberechtigten Männer,
deren Stimmausweis in der Regel das Seitengewehr (Säbel oder Degen) ist,
und Frauen mit dem Stimmrechtsausweis. Sobald die grosse Glocke vom nahen


Kirchturm verklungen ist, eröffnet der regierende Landammann die Landsgemeinde
mit einer Ansprache.
Nach der Wahl der beiden Landammänner (dem stillstehenden und dem regierenden)
schwören Landammann und Landvolk in einem feierlichen Akt den Landsgemeinde-Eid.
Bevor es zu den Abstimmungen per Handzeichen über die Sachgeschäfte kommt,
werden die Mitglieder der Standeskommission und des Kantonsgerichts bestätigt oder
neu gewählt. Bei den Sachvorlagen haben alle Stimmberechtigten die Gelegenheit,
das Wort zu ergreifen und für oder gegen eine Vorlage zu argumentieren. Nach der
Landsgemeinde ist der Abzug ebenso feierlich, aber weniger ernst als der Aufzug.
Die Bevölkerung feiert danach in den Wirtschaften und in den Gassen ein
ausgelassenes Dorffest.
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